Von Fantum, Dankbarkeit und der "Räuspertaste"
- Stefanie Maar
- 7. Mai 2019
- 4 Min. Lesezeit
Am 25.4. hatte ich die Gelegenheit ziemlich spontan für Deutschlandfunk Nova ein Interview über mein Fantum und mein veröffentlichtes Buch mit dem Titel "Fansegmentation und Fanpsychologie" zu geben. Das Interview fand um 22 Uhr statt, einer Uhrzeit zu der ich unter normalen Umständen bereits schlafen wü. Aber gut, für ein Interview macht man mal eine Ausnahme. Stressig war nur die weite Anreise. Da ich mich gerade im Heimaturlaub befand, musste ich erstmal von Bayern nach Hamburg hochfahren. Aber gut, etwas aufgeregt und mit Buch unter dem Arm machte ich mich auf den Weg in den Sender. Das Interview wurde beim NDR aufgezeichnet, im Studioraum E5. Geblockt war die "Leitung", was eine direkte Verbindung zum Sender nach Berlin bedeutet für eine halbe Stunde von 22:00 bis 22:30 Uhr. Ich war daher mehr als pünktlich dort und nahm mindestens 10 Minuten vor 22 Uhr an meinem Tischchen mit den Kopfhörern und der Schalteinheit für den Ton Platz.

Erste Frage an den Pförtner, der mich in die Funktionsweise der Geräte und das Vorgehen einweihte: "Was ist die Räuspertaste?" Die Antwort, eine Taste, mit der man kurz das Mikrofon stumm schaltet für den Fall das man sich, wie der Name schon sagt, räuspern muss. Aha :-)

Alles klar, los gehts! Aber nun hieß es erstmal warten. Das ich hier in einem leeren Studioraum sitzen würde, hätte ich mir fast denken können, daher war es nur semi-logisch mein Buch mitgenommen zu haben. Aber ein Gutes hatte es. Da ich wegen meiner langen Anreise (6 Stunden im brütend heißen Auto) völlig ungeschminkt war, musste mein Buch in diesem Moment für Fotos und Postings herhalten ;-)
Ich also voll in Knipslaune: Wie toll - mal dem Buch die Kopfhörer aufsetzen. Warum funktioniert dieser Filter von Facebook nicht, wenn man ihn mal braucht. Ob meine Fotobearbeitungsapp wirklich etwas taugt und die Korrektur meines komplett ungeschminkten Gesichts hinbekommt? Fragen über Frage und schon war es 22 Uhr, doch die Leitung blieb still.
Kurz nach 22 Uhr meldete sich dann Judith Eberth mit der ich das Live-Interview hatte. Sie erklärte mir kurz den Ablauf und wie lange ich noch Zeit hätte bis ich das erste Mal für den Talk dran war. Kurz darauf ging es dann auch schon los. Die Musik endete und Judith stellte mich und meine Selbstständigkeit als Fanberaterin vor. Wow! Komisch wenn man hört wie eine fremde Person einen selbst vorstellt. Dann ertönte ein Einspieler mit dem Song von Tokio Hotel "Durch den Monsun". War ja klar - aber WOW, was war das für eine schöne Zeit! Direkt schossen mir Bilder und Momente in den Kopf. Kaum zu glauben was für einen Weg und welches unglaubliche Wachstum die damals 18-jährige Stefanie von der heute 31-jährigen Stefanie trennen. Als ich diesen Song zum ersten Mal in den Sommerferien 2005 hörte stand ich gerade davor eine Ausbildung als "Industriekauffrau" anzufangen, war gerade mit der Realschule fertig und hatte noch so garkeinen Plan und Ahnung wo die Reise hingehen könnte. Das Interview an sich war sehr angenehm. Ich fühlte mich jederzeit wertgeschätzt und professionell dargestellt - das ist ja oft die Angst die man hat, wenn man sich über sein Fantum in den Medien befragen lässt. Natürlich kam auch die Frage nach den Hotelzimmern und "Kreischis" (ein Audsruck unter Fans für andere Fans die vor Konzerten oder Hotels lauthals anfangen zu kreischen, sobald nur der Name der Band fällt) aber Judith ging eben auch auf mein Buch und meine Studie über die Arten von Musikfans ein. Im zweiten Teil des Interviews ging es dann über Social Media und wie sich das Fantum aufgrund der neuen Medien verändert. Das Interview an sich war im Nachgang mit einer halben Stunde ziemlich knapp bemessen. Und da ich auch eine ziemliche Labertasche sein kann, habe ich irgendwann währen des 2. Teils des Gespräches mitten in meinem Satz einfach ein "Klick" gehört. Ich habe meinen Satz noch beendet, aber weg war die Leitung! Anstatt Judith hörte ich nun einen Mann auf der anderen Seite sprechen. Er entschuldigte sich meinte aber, dass die Leitung nur für 30 Minuten gebucht war. Hätte er gewusst das ich noch spreche hätten Sie die Leitung noch länger stehen lassen. Tja, etwas verunsichert erkundigte ich mich noch nach dem weiteren Vorgehen. Ich sollte die Kopfhörer wieder aufhängen und könnte einfach gehen. Als ich gerade dabei war zu gehen, klingelte mein Handy (gut das ich es in der Hand hatte, durch die Stummschaltung die noch aktiviert war hätte ich es sonst garnicht gehört - Brav, gell!). Es war die Assistentin von Judith. Sie sollte mir ausrichten, das alles noch gut gelaufen ist. Sie waren leider über der Zeit aber Judith hatte das Gespräch gut beendet und auch nochmal auf mein Buch und meine Selbstständigkeit mit FanMatch hingewiesen. Ab 0 Uhr könnte ich mir das Interview dann im Podcast anhören und auch herunterladen.
Alles in Allem bin ich sehr glücklich für das Interview angefragt worden zusein. Es war eine schöne Erfahrung und ich freue mich auch besonders darüber meinem Vater im Podcast dafür danken und würdigen zu können, dass er in meiner Teenagerzeit so toll zu mir gehalten und mein Fantum unterstützt hat. Als ich ihm den Link zum Interview schickte schreib er nur zurück, dass es ein super Interview war und ihm das sehr gut gefallen hat. Ah, wie Männer halt manchmal sind etwas gefühlskühl aber ich bin mir sicher das er mega Stolz war und sich sehr gefreut hat. Über unser Verhältnis und wie das mit meinem Fantum damals war möchte ich euch in einem gesonderen Blogpost berichten. Jetzt möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier könnt ihr in das Interview reinhören.
Und zum Schluss doch noch ein paar Poser-Fotos auch von der "ungeschminkten Wahrheit" ;-)
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